Während der Therapie
Wenn die Behandlung zum Teil deines Alltags wird.
Mit dem Beginn der Therapie verändert sich vieles. Termine, Untersuchungen
und Behandlungen bestimmen plötzlich den Alltag – und du weißt oft nicht,
was als Nächstes auf dich zukommt.
Auf dieser Seite findest du Orientierung für diese Zeit.
Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke. Es gibt viele Menschen und Angebote, die dich begleiten.
Die Behandlung beginnt – was jetzt wichtig ist
Wenn die Therapie beginnt, wird aus der Diagnose plötzlich Alltag.
Termine, Behandlungen und mögliche Nebenwirkungen können viel Raum einnehmen.
Versuche nicht, die gesamte Therapie auf einmal zu bewältigen. Konzentriere dich auf den nächsten Termin, den nächsten Behandlungstag und darauf, was du gerade brauchst.
Was jetzt helfen kann
- Lass dir den Ablauf deiner Behandlung genau erklären.
- Frage, welche Nebenwirkungen auftreten können und wann du reagieren solltest.
- Notiere wichtige Telefonnummern und Ansprechpartner.
- Führe einen einfachen Kalender für Termine und Untersuchungen.
- Schreibe Veränderungen und Beschwerden auf.
- Plane bewusst Zeiten für Erholung ein.
- Nimm Hilfe an, wenn dir etwas zu viel wird.
Du musst während der Behandlung nicht funktionieren wie vorher. Dein Körper und auch deine Gedanken leisten gerade viel.
Deine Therapie verstehen
Während der Behandlung wirst du mit vielen medizinischen Begriffen, Abläufen und Entscheidungen konfrontiert.
Je besser du verstehst, warum eine bestimmte Therapie durchgeführt wird und welches Ziel sie hat, desto leichter kannst du Gespräche mit deinem Behandlungsteam einordnen.
Scheue dich nicht nachzufragen, wenn dir etwas unklar ist.
Diese Fragen können hilfreich sein
- Was ist das genaue Ziel meiner Behandlung?
- Wie läuft die Therapie ab?
- Wie lange wird sie voraussichtlich dauern?
- Woran erkennen wir, ob die Behandlung wirkt?
- Welche Nebenwirkungen können auftreten?
- Welche Beschwerden sollte ich sofort melden?
- Welche Kontrolluntersuchungen sind vorgesehen?
- An wen kann ich mich zwischen den Behandlungsterminen wenden?
Es kann hilfreich sein, wichtige Informationen aufzuschreiben oder eine vertraute Person zu Gesprächen mitzunehmen.
Nebenwirkungen ernst nehmen und ansprechen
Nebenwirkungen können sehr unterschiedlich sein.
Manche Beschwerden sind leicht, andere können den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Versuche nicht, Beschwerden einfach auszuhalten. Sprich frühzeitig mit deinem Behandlungsteam darüber.
Was du tun kannst
- Frage vor Beginn der Therapie nach möglichen Nebenwirkungen.
- Notiere neue oder ungewöhnliche Beschwerden.
- Beobachte, wann und wie stark sie auftreten.
- Frage, was du selbst dagegen tun kannst.
- Nimm Medikamente gegen Nebenwirkungen nur nach entsprechender Rücksprache ein.
- Kläre, bei welchen Symptomen du sofort Kontakt zum Behandlungsteam aufnehmen solltest.
Viele Nebenwirkungen lassen sich heute behandeln oder zumindest lindern. Dein Behandlungsteam kann dir aber nur helfen, wenn es weiß, wie es dir geht.
Wichtiger Hinweis: Bei plötzlich auftretenden oder starken Beschwerden solltest du nicht bis zum nächsten regulären Termin warten, sondern dich an die dir genannten medizinischen Ansprechpartner wenden.
Kraft und Bewegung während der Therapie
Während einer Krebstherapie kann sich deine körperliche Leistungsfähigkeit verändern.
Müdigkeit und Erschöpfung können dazu führen, dass Bewegung zunächst das Letzte ist, woran du denkst.
Trotzdem kann angemessene Bewegung während vieler Krebstherapien hilfreich sein – immer angepasst an deine persönliche Situation und in Abstimmung mit deinem Behandlungsteam.
Es muss kein Sportprogramm sein
- Ein kurzer Spaziergang kann bereits Bewegung bedeuten.
- Passe Dauer und Intensität an deine Tagesform an.
- Plane Erholung genauso bewusst wie Aktivität.
- Vergleiche deine Leistungsfähigkeit nicht mit der Zeit vor der Erkrankung.
- Frage dein Behandlungsteam, welche Bewegung für dich geeignet ist.
- Bei Unsicherheit kann professionelle sport- oder bewegungstherapeutische Begleitung sinnvoll sein.
Es wird Tage geben, an denen mehr möglich ist, und Tage, an denen dein Körper Ruhe braucht. Beides ist in Ordnung.
Ernährung – deinen Körper bestmöglich unterstützen
Während meiner eigenen Krebserkrankung habe ich mich sehr bewusst mit meiner Ernährung beschäftigt und eine spezielle Ernährungsform gewählt.
Für mich war das ein wichtiger Bestandteil meines persönlichen Weges.
Eine gute Ernährung kann deinen Körper während der Therapie unterstützen. Welche Ernährung für dich geeignet ist, hängt jedoch von deiner Erkrankung, deiner Behandlung und deiner persönlichen Situation ab.
Während einer Krebstherapie können sich Appetit, Geschmack und Verträglichkeit verändern.
Was hilfreich sein kann
- Trinke regelmäßig über den Tag verteilt.
- Achte auf eine möglichst gute Versorgung mit Energie und Nährstoffen.
- Wähle Lebensmittel, die du gut verträgst.
- Kleinere Mahlzeiten können angenehmer sein als große Portionen.
- Beobachte Veränderungen von Appetit und Gewicht.
- Sprich Probleme beim Essen oder Trinken frühzeitig mit deinem Behandlungsteam an.
- Hole dir bei größeren Schwierigkeiten professionelle Ernährungsberatung.
Die Ernährung darf bewusst einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Gleichzeitig sollte keine bestimmte Ernährungsform als allgemeine Krebstherapie oder als Heilversprechen dargestellt werden.
Mit Angst, Erschöpfung und schlechten Tagen umgehen
Eine Krebstherapie belastet nicht nur den Körper.
Auch emotional kann diese Zeit sehr fordernd sein. Angst vor Untersuchungsergebnissen, Erschöpfung oder einfach Tage, an denen dir alles zu viel wird, können dazugehören.
Du musst während deiner Therapie nicht jeden Tag positiv denken oder Stärke zeigen.
Was dir helfen kann
- Akzeptiere, dass nicht jeder Tag gleich sein wird.
- Sprich mit Menschen, denen du vertraust.
- Plane bewusst Ruhezeiten ein.
- Versuche, Dinge beizubehalten, die dir Freude und Normalität geben.
- Bewegung und Zeit in der Natur können guttun, wenn deine körperliche Situation es zulässt.
- Hole dir psychoonkologische oder psychologische Unterstützung, wenn du merkst, dass du allein nicht weiterkommst.
Gerade an schwierigen Tagen kann es helfen, nicht an die gesamte Therapie zu denken, sondern nur an das, was heute vor dir liegt.
Unterstützung annehmen und den Alltag organisieren
Während einer Krebstherapie kann selbst der normale Alltag anstrengender werden.
Termine, Behandlungen und Erholungsphasen müssen plötzlich mit Familie, Haushalt oder Beruf vereinbart werden.
Du musst in dieser Zeit nicht alles so schaffen wie vorher.
Was entlasten kann
- Bitte Familie oder Freunde konkret um Unterstützung.
- Organisiere Fahrten zu Behandlungsterminen frühzeitig.
- Vereinfache deinen Alltag, wo es möglich ist.
- Verschiebe Dinge, die gerade nicht wichtig sind.
- Plane bewusst Zeit zur Erholung ein.
- Informiere dich bei Bedarf über professionelle oder soziale Unterstützungsangebote.
- Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber, wenn deine berufliche Situation angepasst werden muss.
Manchmal fällt es schwer, Hilfe anzunehmen. Doch gerade während einer Therapie solltest du deine Energie dort einsetzen können, wo du sie am meisten brauchst.
Deine Begleiter durch die Therapie – Checkliste
Diese Checkliste soll dir helfen, während der Behandlung den Überblick zu behalten und wichtige Dinge nicht aus den Augen zu verlieren.
- Therapieplan und Ablauf verstehen
- Wichtige Termine in einem Kalender festhalten
- Ansprechpartner und Telefonnummern speichern
- Nebenwirkungen und Veränderungen notieren
- Beschwerden frühzeitig mit dem Behandlungsteam besprechen
- Auf ausreichendes Essen und Trinken achten
- Bewegung an die eigene körperliche Situation anpassen
- Erholungszeiten bewusst einplanen
- Unterstützung von Familie und Freunden annehmen
- Bei Bedarf psychoonkologische oder andere professionelle Hilfe nutzen
- Kontrolluntersuchungen und nächste Behandlungsschritte im Blick behalten
- Auch Dinge einplanen, die Freude machen und Normalität geben
Du gehst diesen Weg – aber du musst ihn nicht allein gehen.
Eine Krebstherapie kann Wochen oder Monate dauern. Es wird gute Tage geben und Tage, an denen dir vieles schwerfällt.
Versuche nicht, ständig stark sein zu müssen. Höre auf deinen Körper, sprich über Beschwerden und nimm Unterstützung an, wenn du sie brauchst.
Und vergiss bei all den Untersuchungen, Terminen und Behandlungen nicht, dass dein Leben weiterhin aus mehr besteht als aus deiner Erkrankung.
Nimm dir Zeit für Menschen und Dinge, die dir Kraft geben. Für einen Spaziergang. Ein Gespräch. Musik. Natur. Oder einfach einen Moment, in dem Krebs einmal nicht das wichtigste Thema ist.
Wichtige Hilfe und Ansprechpartner
- Medizinische Notfälle
Bei akuten Beschwerden kontaktiere umgehend deine behandelnde Klinik oder den ärztlichen Notdienst.
- Dein Behandlungsteam
Halte deine wichtigsten Ansprechpartner und Telefonnummern immer griffbereit.
- Psychoonkologische Hilfe
Unterstützung für die Seele kann sehr entlastend sein. Sprich dein Behandlungsteam an oder informiere dich über regionale Angebote.
- Weitere Informationen
Seriöse Informationen findest du z. B. bei onkologischen Fachgesellschaften, Krebsberatungsstellen und Selbsthilfeorganisationen.